Es ist fast ein Wunder, was ein Baby innerhalb des ersten Jahres alles lernt! Es entwickelt sich vom hilflosen Neugeborenen - das rund um die Uhr auf die Eltern angewiesen ist - zu einem kleinem Individuum, das seine Wünsche oft lautstark äußert, krabbelt oder sich sogar schon auf den eingenen Füßen fortbewegen kann.
„Läuft es schon?“ ist allerdings eine dieser Fragen, vor denen es vielen Müttern graut, deren Kinder auch nach dem ersten Geburtstag das Krabbeln noch dem Laufen vorziehen. Dabei ist das überhaupt kein Grund zur Sorge, finden sich doch bei diesem Entwicklungsschritt ebensoviele Frühstarter wie Spätzünder. Denn ein festgeschriebenes Alter für das Laufenlernen gibt es nicht. Viele Kinder die später laufen, sind dafür in einem anderen Bereich, z.B. bei der Sprachentwicklung weiter.
Mit dem Training für die Fortbewegung auf zwei Beinen beginnt das Baby schon in Mamas Bauch. Da wird getreten was das Zeug hält, um die Muskeln zu stärken. Und die Entwicklung geht dann außerhalb des Mutterleibes unaufhaltsam weiter: Mit jedem Lebensmonat gewinnt das kleine Energiebündel ein Stück Mobilität dazu. Erst kann es den Kopf heben, dann schafft es den Kraftakt, sich mit den Armen hochzustemmen und wenn es ihm dann gelingt, sich vom Bauch auf den Rücken zu rollen und umgekehrt, hat Ihr Baby wieder ein Stück geschafft, auf dem Weg zu den ersten eigenen Schritten. Doch damit gibt sich das Baby noch lange nicht zufrieden. Mit etwa sechs Monaten fängt es an, sein Beine zu strecken und die Knie durchzudrücken. Dann entdeckt es das Bauch-Kreiseln und das Rückwärts-Robben. Doch langsam aber sicher werden die Bewegungen zielgerichteter. Ist das Lieblingsspielzeug in greifbarer Nähe, beginnen die Kleinen, alles daran zu setzen, darauf zu zu rutschen. Jetzt fehlt nicht mehr viel bis der Po in die Höhe gehoben wird und das Balancieren auf Händen und Füßen klappt: Hurra, das Krabbeln ist geschafft! Der Rest ist dann ein Kinderspiel: Mit etwa zehn Monaten ziehen sich die kleinen Entdecker zum Stehen hoch, können nun das Zimmer „von oben“ betrachten und Regale ausräumen. Jetzt dauert es auch meist nicht mehr lange, bis aus dem vorsichtigen Langhangeln an Sesseln und Laufgitterstäben die ersten freien Schritte entstehen. Und dann ist der Weg frei für die Eroberung der Welt auf den eigenen Füßen.
