Ein Baby hat es nicht leicht. Mal hat es Hunger, dann ist die Windel nass, die Bettdecke zu warm, der Schnuller verlorenengegangen oder es kümmert sich einfach niemand um das Kleine. Doch all das nehmen Babys nicht einfach so hin. Wenn ihnen was nicht passt, dann wird losgeschrien. Schlimm wird das Gebrüll für die Eltern jedoch dann, wenn es ohne ersichtlichen Grund geschieht und nicht mehr aufhören mag."Schrei-Babys" werden solche Kinder im Volksmund genannt.

Die Wissenschaft gibt ihnen diese Bezeichnung erst, wenn die Kinder länger als drei Stunden am Tag schreien. Doch bereits zehn Minuten Geschrei am Tag können die Eltern zermürben und den alltäglichen Umgang mit ihrem Kind erschweren.

Was die genaue Ursache für das häufige Schreien ist, wissen auch die Forscher nicht. Einige vermuten, dass das unreife Nervensystem des Säuglings es ihm schwer macht, sich gegen die vielen Reize von außen abzuschotten.  Andere machen eine sogenannte "Regulationsstörung" dafür verantwortlich. Das bedeutet, dass es dem Kind schwer fälllt, Schlaf- und  Wachzustände zu regulieren. Es hat einfach noch keine Erfahrung damit gemacht, wie es sich selber beruhigen kann.

Das andauernde Baby-Geschrei kann aber auch einfach eine Temperamentssache sein oder mit Erfahrungen in der Schwangerschaft zusammenhängen, wie beispielsweise Stress und Ängste der Mutter. Doch all diese Erklärungsversuche sind oft nur ein schwacher Trost für die genervten Eltern.

Sie wollen lieber wissen, wie sie ihrem Kind helfen können. Eine Möglichkeit ist die, die Wachzeiten des Kindes intensiv zu nutzen. Das heißt, die Eltern sollen sich viel Zeit für ihr Kind nehmen, wenn es richtig wach ist. Dann versetzen Gespräche mit dem Kleinen,  Ausflüge durch die Wohnung oder Spiele das Baby in einen entpannten und glücklichen Zustand. So  kann es im Anschluss leichter in den Schlaf finden. Ganz wichtig ist auch, dass die Eltern auf die Signale ihres Kindes achten. Das Schreien ist nämlich ein Signal des Kindes, und es gilt herauszufinden, was es signalisieren will. Manchmal genügt es schon, das Baby über mehrere Tage hinweg zu filmen, um genau erkennen zu können, in welchen Situationen es anfängt zu schreien.

 Wichtig für die Eltern ist auch der Erfahrungsaustausch mit Leidensgenossen, d. h. anderen Eltern von "Schrei-Babys". Dazu gibt es bundesweit viele Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen. Wichtige Informationen finden sich auch im Internet, auf der Seite der Gesellschaft für seelische Gesundheit in der frühen Kindheit e. V., unter der Adresse  www.gaimh.de.